Jahresversammlung der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt |
| Mit einer Erfolgsbilanz konnte die Goethe-Gesellschaft Rudolstadt in ihrer Wahlversammlung am 5. Dezember das Jahr beschließen: 15 Veranstaltungen wurden im Rechenschaftsbericht aufgelistet, darunter 7 Vorträge mit namhaften Wissenschaftlern, 4 von Mitgliedern gestaltete Lesungen, eine Theaterfahrt nach Meiningen, eine Exkursion nach Jena und eine Reise auf Einladung der Rosenheimer Goethe-Gesellschaft nach München und Rosenheim. Zu besonderen H öhepunkten gestalteten sich ein Vortragsabend mit Horst Fleischer über Rudolstadts Geheime Gesellschaften im 18. Jahrhundert und die Feier zum 255. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe auf dem Gelände der Villa Bergfried in Saalfeld gemeinsam mit den Ortsvereinigungen von Saalfeld und Pößneck. Das öffentliche Interesse, das diese Veranstaltungen fanden, ermutigt die Rudolstädter Goethefreunde in ihrem Bestreben, auch künftig ein anspruchsvolles und interessantes Programm anzubieten, wenn sich auch – bedingt durch den Eintritt von immer mehr Mitgliedern ins Rentenalter und die damit verbundene Senkung des Beitragsaufkommens – die finanziellen Rahmenbedingungen schwieriger gestalten. Diesen Problemen stellt sich der neugewählte Vorstand, dem neben dem Vorsitzenden Hans-Günther Otto als weitere Mitglieder Gertud Glandt, Ilse Steffen, Annett Stutzke, Wolfgang Werner und – für den scheidenden Erwin Höhn – Renate Michels angehören. Das Programm für 2005 wird durch zwei Jubiläen bestimmt, den 200. Todestag Friedrich Schillers und das 30-jährige Bestehen der Rudolstädter Goethe-Gesellschaft. Die Gedenkfeier zu Ehren Schillers wird am 9. Mai 2005 gemeinsam von Goethe-Gesellschaft und Schillerverein gestaltet, zur Festveranstaltung "30 Jahre Goethe-Gesellschaft Rudolstadt" werden die Mitglieder der benachbarten Ortsvereinigungen eingeladen. Ziel aller Veranstaltungen ist es, nicht nur die Kenntnisse über Leben und Werk Goethes sowie seiner literarischen Umwelt zu vertiefen, sondern zugleich möglichst nahe an die Fragen unserer Tage zu gelangen. Das betrifft solche Themen, wie "Goethes 'Faust als Schlüssel zu seiner Farbenlehre und zu seinem Wissenschaftsverständnis" (Prof. Dr. Bodo Hamprecht, FU Berlin), "Frederic Soret – Freund Goethes und Erzieher des Erbprinzen" (Dr. Hubert Arnft, Weimar), "Friedrich Schiller als Dramatiker" (Prof. Dr. Klaus Manger, Jena) oder die Präsentation des umstrittenen Buches "Goethe und Anna Amalia – eine verbotene Liebe" von Ettore Ghibellino / Dr. Charlotte Koppe/Inge Poetzsch, Magdeburg). Besonderes Interesse dürften auch der Vortrag "Homunculus oder die künstliche Optimierung des Menschen – Zur Modernität von Goethes Taustlm 21. Jahrhundert" ( Dr. Manfred Osten, Bonn) mit seinem Bezug zur Genproblematik oder die Ausführungen von Prof. Dr. Katharina Mommsenm Palo Alto (USA) '"Für Liebende ist Bagdad nicht weit' – Der Islam in Goethes Augen" angesichts der gegenwärtigen Auseinandersetzung um die Rolle des Islam finden. Unter dem Thema "Mörder, Junkie und Minister" nimmt Dr. Jens-Fietje Dwars, Jena, eine Neubewertung des einst vielgerühmten, heue fast vergessenen Dichters Johannes R. Becher vor. Wolfgang Werner |